Mein offener Brief gegen die Bestandsdatenauskunft

Überzeugen Sie die Landesregierungen

Veröffentlichte Briefe lesen (bisher 62)

Offene Briefe
24.04.2013,
18:54
Bestandsdatenauskunft

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit höchstem Erstaunen stelle ich fest, dass Sie in Zukunft mit meinen privaten Daten spielen wollen!

Ich finde toll, dass Ihnen der Spieltrieb erhalten blieb und Sie einen Sandkasten brauchen, um die wehrte Wählerschaft und potentielle Verbrecher zum Spielen einzuladen.

Gerne würde ich Ihr Spiel mitspielen wollen, jedoch hat die Sache mehrere Haken, die mir IHR SPIEL verleiden, denn eigentlich spiele ich auch immer noch gern Emotion

Während es in Deutschland verboten ist, nackt auf der Strasse zu laufen und fremde Post aufzumachen, sowie Fotos von Menschen auf der Strasse ohne deren Genehmigung zu machen uvm. möchten SIE tatsächlich darüber bestimmen, was mit meinen Daten und denen ALLER in der Bundesdeutschen Bevölkerung, passieren soll!

Sie möchten wirklich, dass ich einen Striptease mache?

Na, das könnten sie doch live und in Farbe haben! Sie müssen sich nur über meine IP Adresse meine Wohnadresse heraussuchen lassen, rufen mich dann an und wir treffen uns zu einem Striptease wo auch immer sie wollen. Wir haben dann einen persönlichen Kontakt und können fragen was wir wollen und antworten, was uns angenehm ist!

Das Tolle daran wäre, dass sie und ich davon wüssten, dass ich mich vor Ihnen und für SIE ausziehe und das auch noch in 3D!

Interessant wäre dann doch auch, dass SIE sich persönlich ein Bild darüber machen könnten, ob ich wirklich diese potentielle Verbrecherin bin, die SIE hinter mir vermuten. Manchmal ist von Angesicht zu Angesicht eben doch mehr zu lesen, denn im Zweifelsfalle würde es ja auch eine persönliche Anhörung vor Gericht geben. Oder brauchen wir die dann auch nicht mehr, weil SIE ja aus meinen Daten alles das rausfischen können, was für SIE potentiell nützlich ist, ob diese Daten ihren Phantasien entsprechen oder nicht?

Ach soooo, mein Mann schreibt mir per SMS, dass er für unsere süße Pudelhündin noch Futter besorgen geht bevor er nach Hause kommt und wird dann plötzlich wegen Drogenhandel von Ihnen in den Fokus genommen? Super! Dann weiß ich wenigstens und das staatlich geprüft, dass er wirklich Hundefutter gekauft hat oder werde demnächst als Strohwitwe leben müssen, wegen falscher Verdächtigung, die von ihm und mir erst mal den paranoiden Schnüfflern in meinen Daten bewiesen werden muss.

Die Möglichkeiten, jemanden zu überwachen, ihn zu überprüfen und all Solches ist heutzutage durchaus so gut, wie gar kein Problem mehr, gibt es doch genug Handybesitzer, die immer wieder Filmchen machen, welche letztendlich zur Aufklärung von Verbrechen dienlich waren und sein werden. Gibt es doch genug Technik, außerhalb meiner intimen Privatsphäre, die im Falle des Falles die nötigen Daten liefern würden.

Warum also nunmehr noch mehr Kosten verursachen, um dem bundesdeutschen Bürger die Stasi nochmal nachhaltig in Erinnerung zu rufen?

Ach ja und noch was, wenn SIE wirklich beschließen, dass ALLE DATEN frei zugänglich gemacht werden können, dann seien sie doch bitte so lieb und geben mir mal ihre Kontoverbindung und ihre PIN-Nummer, damit ich meinem Anwalt schon mal einen Vorschuss geben kann, falls ich ungerechtfertigt verdächtigt, verhaftet, angeklagt werden sollte.

Das Bestandsdatengesetz schürt die PARANOIA im Land und die Gesellschaft misstraut sich ja schon jetzt viel zu viel. Wie soll es morgen werden? Schon mal drüber nachgedacht, welche Folgen das aber auch für SIE und ihre Handlungen (Politiker, Vorständler, sonst. geldwerten Geschäftlichkeiten) haben wird.

Denn eines dürfen SIE nicht beschließen!

DASS SIE davon NICHT betroffen sein werden! Gleiches RECHT und gleiche PFLICHT für ALLE, auch für SIE!

Mit freundlichen Grüßen

Der Link hierzu : http://vds.blnma.de/briefe.php