Bindungstoleranz? Aufarbeitung… so ist es nämlich wirklich!

Auf Grund eines Mechanismus, den schon 1951 Perls, Goodman und Hefferline in dem Klassiker „Gestalttherapie Grundlagen“ beschreiben haben, ist die Hoffnung auf Besserung durch einen Wechsel des Kindes zum anderen Elternteil wahrscheinlich nur von kurzer Dauer:

„Der Friede der Unterdrückung dagegen, wenn das Opfer noch existiert und beherrscht werden muß, ist als Friede eine Negation: Die Leiden des Kampfes sind vorbei, aber die Figur des Gewahr-Seins enthält keine neuen Möglichkeiten, denn nichts ist gelöst worden; Sieger und Besiegter und ihr Verhältnis zueinander beschäftigen weiterhin die Zeitungen. Der Sieger ist auf der Hut, der Besiegte verbittert. In sozialen Kriegen sehen wir, daß ein solcher negativer Friede nicht von Dauer ist; zu vieles ist unerledigt geblieben.

Wie kommt es, daß sich bei der Selbstvergewaltigung die Befriedung überhaupt als dauerhaft erweist und das siegreiche Selbst jahrzehntelang den entfremdeten Teil seiner selbst unterdrücken kann? Denn jeder natürliche Trieb ist doch zählebig; er kann entfremdet, aber nicht vernichtet werden. Wir müßten erwarten, daß er zu stark sei, um sich lange von Furcht oder dem Bedürfnis nach Zuneigung im Zaum halten zu lassen. Warum fängt der Konflikt nicht beim ersten günstigen Wechsel in der Situation gleich wieder an? Der Grund ist, daß das Selbst nun eine mächtige positive Befriedigung aus seiner Identifizierung mit der starken Autorität schöpft. …“

Perls, Goodman, Hefferline: Gestalttherapie Grundlagen. dtv, 1979, S. 155    

Solange der Kriegszustand zwischen den Eltern nicht aufgelöst ist, ist die Gefahr sehr groß, dass bei einem Wechsle des Kindes sich lediglich die Vorzeichen ändern, an die Stelle einer bisherigen Ausgrenzung des einen Elternteiles, tritt nun die Ausgrenzung des anderen Elternteiles. Sekundiert wird dieser Rollentausch bei anhaltender elterlicher Kindeswohlgefährdung oft durch Fachkräfte, deren „Professionalität“ sich in ratloser oder parteiischer Elternselektion erschöpft.  Positive Bindungstoleranz erwächst aus einer anderen fachlichen Arbeit, in der ein positiver Friede zwischen den Eltern hergestellt wird:

„Sehen wir uns nun den Frieden an, der hergestellt worden ist. Wir müssen unterscheiden zwischen positivem und negativem Frieden. Wenn sich der Konflikt ausgetobt hat und mit der Verhinderung und Assimilation der kriegführenden Parteien zu einer schöpferischen Lösung gekommen ist, so tritt eine Erleichterung des Leidens ein und die vollständige Erregung des neugeschaffenen Ganzen.

Dies ist positiv. Es gibt nichts zu erobern oder zu vergewaltigen, denn die möglichen Opfer sind ja verschwunden, sie sind zerstört und assimiliert. Im positiven Frieden herrscht paradoxerweise die Freude des Sieges, ohne daß sich jemand besiegt fühlt; das stärkste Gefühl ist das des Erwachens neuer Möglichkeiten, denn es gibt jetzt eine neue Gestalt. So wird die Siegesgöttin immer geflügelt dargestellt, auf Zehenspitzen, den Blick nach vorn gerichtet.“

Perls, Goodman, Hefferline: Gestalttherapie Grundlagen. dtv, 1979    
 

Eine solchen Aufgabe des positiven Friedens Schaffens sind tragischerweise eine Reihe von Fachkräften, auch auf Grund mangelnder Ausbildung und mangelhafter Einschätzung der eigenen Kompetenz, überhaupt nicht gewachsen.

Dies sind dann die Fälle, die als angeblich unlösbar dargestellt werden, dabei ist es auch die Lösungsunfähigkeit der betreffenden Fachkräfte, die mitgeholfen haben, aus einer zeitweiligen Schwierigkeit ein chronisches Problem zu machen. Sind Fälle zu Problemen geworden, bei denen die Abneigung und der Haß der Eltern gegeneinander trotz engagierter Arbeit der Fachkräfte unüberwindbar scheint, so braucht dennoch nicht resigniert werden. Nur muss man sich im klaren sein, dass diese Eltern nur einen Fallmanager, Aufpasser, Umgangspfleger, Elternschiedsrichter benötigen, will man nicht riskieren, dass der Krieg ganz schnell wieder ausbricht.

Manche Familienrichter tun sich mit der Einsetzung solcher Fachkräfte noch sehr schwer, es scheint fast, als bräuchten die betreffenden Richter zum Schaden der betreffenden  Eltern und ihrer Kinder hocheskalierende Elternkonflikte, um sich immer wieder von der eigenen richterlichen Wichtigkeit und Unabkömmlichkeit überzeugen zu können.

Eingefügt aus <http://www.system-familie.de/bindungstoleranz.htm&gt;

Mangelnde Bindungstoleranz wird mit gerichtlicher Ausgrenzung des bindungstoleranteren Elternteils belohnt Ist die Bindungstoleranz eines betreuenden Elternteils nur geringfügig eingeschränkt, was auf Grund ungeklärter Beziehungsproblematiken eher die Regel als die Ausnahme darstellen dürfte, so ist das Kind gegenüber dem umgangswahrnehmenden Elternteil zwar ambivalent, kann aber mit diesem relativ unbefangen zusammensein, wenngleich es sich in der einen oder anderen Weise, des machtvolleren, weil betreuenden Elternteils versichern wird.

Ist die Bindungstoleranz eines betreuenden Elternteils erheblich eingeschränkt oder fehlt sogar völlig, kommt das Kind automatisch in einen massiven Loyalitätskonflikt, denn die Beziehung zum betreuenden Elternteil erscheint dem Kind aus seiner Perspektive überlebensnotwendig, weswegen es sich zugunsten der Versicherung dieser Beziehung gegen den anderen Elternteil stellt, auch wenn es diesen in der Vergangenheit geliebt hat.

In unserem Falle war es von Anfang an so, dass Liam, nachdem er 2008 zu seinem Vater kam (ich habe mich selbst in Therapie begeben, um für meine Kinder eine bessere Mutter sein zu können, da ich durch Trennung und Geldprobleme einfach keine Kraft mehr hatte!), zu seiner Mama zurück wollte! Ich habe meine Therapie gemacht, habe ALLES aufgearbeitet und sogar noch mehr… (hierfür gibt es genügend Zeugen und auch Unterlagen)

Das Streben zu mir hat Liam auch, bis zu dem Gerichtsurteil des AG Westerburg im September 2012, ganz klar und deutlich und bei seinem Vater lebend, immer wieder betont! Liam liebt seine beiden Elternteile, aber leben wollte er bei mir und später dann auch mit meinem jetzigen Mann, als ich mit diesem zusammenkam.

So kommen wir denn zu dem irrational anmutenden Phänomen, dass fehlende Bindungstoleranz des betreuenden Elternteils zur Abspaltung des anderen Elternteils aus der Bindungsrepräsentanz des Kindes führt, mit der Folge, dass das Kind den Kontakt zum außerhalb lebenden Elternteil früher oder später massiv ablehnt.

Hierzu ist anzuführen, dass Liam auch schon 2012 ganz klar äußerte, dass er nicht seinen Vater besuchen wolle, sondern seinen Bruder, der nun mal bei seinem Vater lebe!

Die bisher übliche Antwort vieler Familienrichter auf eine solche massive Verweigerungshaltung des Kindes war die Aussetzung des Umganges, was in der Regel auch einen jahrelangen oder auch lebenslangen Kontaktabbruch des Kindes zum außerhalb lebenden Elternteil bedeutet.

Der ursprüngliche Grund der gerichtlichen Aufrufung war eigentlich ein UNSTRITTIGER UMGANG zwischen uns Eltern mit den Kindern. Das Problem war lediglich die Fahrtenregelung, die sich in der Vergangenheit als mehr als schwierig herausstellte und für die eine gerichtliche und sinnvolle Lösung gefunden werden sollte!

Dass der Richter aus einer persönlichen Animosität gegenüber meinem jetzigen Mann ein Grundsatzproblem machte, konnte man bis zum Schluss nicht ahnen und auch nicht, dass die angebliche Gutachterin (für die es übrigens mittlerweile 5 Dipl.soz.Päd.s gibt, die das komplette GEGENTEIL begutachten würden!), natürlich ein vollkommen einseitig geprägtes Gutachten mit herauslesbar tendentiell gestellten Fragen, erstellen würde.

Die angebliche Verfahrenspflegerin war genau eine Stunde mit Liam zusammen und hat auch nicht im GERINGSTEN ihren JOB wirklich gemacht!

Ich selbst habe schon damals bei Problemen mit den Umgängen meiner eigenen Mutter mit meinen Söhnen dafür gesorgt, dass diese dann eben über meinen Ex-Mann geregelt werden, damit die Kinder Umgang mit ihrer Oma haben können, ohne ständig in Konfliktsituationen zwischen mir und meiner Mutter zu geraten.

Ich zog 2006 von der Nähe von Bad Ems nach Bad Marienberg, da mein Ex-Mann zum wiederholten Male keinen Führerschein hatte, und ich ihm die Kinder in der Zeit zu ihm fuhr, was aber einen erheblichen finanziellen und zeitlichen Aufwand bedeutete, um den Kindern die Nähe zu ihrem Vater und die Umgangskontakte zu ihm zu ermöglichen.

Trotz der der dann gegebenen Nähe war es dem Vater nicht möglich, sich öfter, als die Umgangskontaktswochenenden mit seinen Kindern zu treffen! Und von diesen Wochenenden hatten die Kinder dann ein Umgangswochenende mit meiner Mutter!

Selbst zu unserer Hochzeit konnten die Kinder nicht kommen, weil es der Vater nicht wollte, obwohl eine gemeinsame Freundin ihn fragte und die Beiden dann auch mit- und wieder heim gebracht hätte. Eine Person, die beider Elternteile Vertrauen genießt.

Fehlende Bindungstoleranz des betreuenden Elternteils wurde durch die Gerichte somit mit dem belohnt, was der betreuende Elternteil ohnehin sehnlichst wünschte, die absolute Ausgrenzung des anderen Elternteils. Das Familiengericht als Handlanger des auf Ausgrenzung bedachten Elternteils, hier macht sich nicht der Bock zum Gärtner, sondern der Gärtner zum Bock, vertauschte Welt, der betreuende Elternteil bestimmt, das Familiengericht führt aus.

Und nun ist GENAU DAS PASSIERT! Der Richter überlässt meinem Ex-Mann, nach etwas mehr als einem Jahr, Liam wieder…. Und die Folge daraus ist dieselbe, wie schon all die Jahre davor:

Ich bekomme meine Kinder wieder einmal, wie schon seit Jahren immer wieder, sobald der Vater die Gelegenheit dazu bekommt, vollständig entzogen, noch nicht mal telefonische Kontakte sind möglich, ich bekomme KEINERLEI Informationen und auch der telefonisch nachfragenden Familie wird mittgeteilt, sie könne nicht mit Liam telefonieren, weil Liam psychisch krank sei!

Es muss weiterhin angemerkt werden, dass die Umgangskontakte nicht von meiner Seite aus nicht funktionierten, sondern, weil der Große eben nach zweimaligen, jeweils mit insgesamt 4 Stunden Bahnfahren! verbundenen, Umgangskontakten dann auf einmal nicht mehr kam. Laut des zwischenzeitlich mit dem AG Wetzlar Vergleiches sollte der Vater der Kinder eigentlich (frühzeitig!) Bescheid geben, sollte der Große MAL NICHT kommen können oder wollen, was NIE geschah! Folge für den Vater: KEINE!

Als Liam dann zweimal von seinem Bruder „sitzengelassen“ wurde, beschloss er von sich aus, dann eben auch nicht mehr zu seinem großen Bruder zu wollen, wenn er ihm (Liam) schon nicht so wichtig sei! SO und GENAU SO ist es gelaufen!

Diese Logik mutet nun eigenartig an, denn Aufgabe der Familiengerichte ist es nicht, Partikularinteressen von Eltern nach Ausgrenzung zu befriedigen, sondern Eltern-Kind-Beziehungen zu schützen und zu fördern, so wie es Artikel 6 des Grundgesetzes über das Pflichtrecht aller Eltern zur Pflege und Erziehung ihrer Kinder definiert.

Grundgesetz Artikel 6 Satz 2  Pflege und Erziehung der Kinder sind das natürliche Recht der Eltern und die zuförderst ihnen obliegende Pflicht. Über ihre Betätigung wacht die staatliche Gemeinschaft.

Literatur: Franz Weisbrodt: „Die Bindungsbeziehung des Kindes als Handlungsmaxime nach der Kindschaftsrechtsreform“, In: „Der Amtsvormund“, 08/2000, S. 616-630 Eingefügt aus <http://www.system-familie.de/bindungstoleranz.htm&gt;
 

Persönliche Anmerkung:

Laut Jugendamt Wetzlar darf ich dann

– WENN DER VATER ZUSTIMMT –

meine Kinder mit Begleitung vom Jugendamt sehen… Na immerhin begleitet… Aber auch wieder mal, wie schon die Jahre zuvor – begleitet!

Was hat das denn bisher gebracht?

Solange das Jugendamt beteiligt ist, oder irgendeine Institution, ist der Vater sanft, wie ein Lamm…

Die Jahre zuvor beweisen es zur Genüge und die mich in den Zeiten (jahrelang!) begleitenden Menschen können dies ebenfalls – notfalls auch an eides Statt – bestätigen!

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